CS:GO – Global Offensive – der Name ist Programm

POSTED BY Stefan Offermanns 18.09.2017 in News
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Counter Strike, genauer CS:GO, gehört heute zu den Top-eSports-Spielen und wird weltweit von seinen Fans geliebt. Natürlich berichten auch wir regelmäßig von den aktuellen Geschehnissen in den großen Ligen wie der ESL oder den aktuellen News aus der Szene. Wie es zu dieser Entwicklung kam, was Counter Strike von eSports-Spielen wie Dota 2 oder Overwatch unterscheidet und welchen Einfluss das Spiel heute –nach der Veröffentlichung in China – noch hat, möchten wir euch im folgenden Artikel zusammenfassen, damit ihr versteht, warum CS:GO auch heute noch etwas Besonderes ist und zu Recht dort steht, wo es steht.

 

Der Name ist Programm


Global Offensive – in der Tat hat Counter-Strike eine weltweite Offensive an den Tag gelegt, wie es kaum einem anderen Spiel über einen so langen Zeitraum gelang. Der Grund darin liegt in der Historie, denn Counter-Strike kam bereits 1999 als Mod des 1998 erschienenen Spiels Half-Life von Sierra heraus und erlangte schnell Berühmtheit, sodass die Modification beliebter wurde als das eigentliche Basisspiel. Anfänglich war die Mod-Version noch kostenlos, was auch bis zur Version 1.6 so blieb. Spätere Versionen wie Condition Zero, Counter Strike: Source waren eigenständige Versionen, für die gezahlt werden musste. Dennoch, das Spiel hatte sich eine Fanbase geschaffen, die sich über die ganze Welt verteilte und, obwohl Counter Strike: Global Offensive sich neben vielen weiteren, geachteten eSports-Spielen wie Overwatch, Dota 2 oder League of Legends, Starcraft 2 einreiht, unterscheidet es sich doch stark von der kompetitivenKonkurrenz.


CS:GO – Nationalitäten und Teamchemie


In keinem anderen eSports-Spiel sind die einzelnen Teams so sehr national geprägt. Traditionell bestehen die einzelnen Squads in Counter-Strike überwiegend aus Spielern der gleichen Nationalität, wie Sport1 berichtete. Dies liegt darin begründet, dass sich das Spiel in einer Zeit entwickelte, als schnelles Internet und niedrige Latenzen noch nicht zur Normalität gehörten. Daher fanden sich die Spieler zu LAN-Partys und in Internet-Cafés zusammen, um an Wettbewerben teilzunehmen und den Grundstein der heutigen CS-Szene zu legen. Ganz anders sieht dies bei neueren Spielen wie dem im Oktober 2015 als Beta gestarteten Overwatch oder League of Legends aus, die von Soloqueues und Individualität geprägt sind. Bis heute sind die Top-Teams bei Counter Strike überwiegend Nationalteams. Man denke nur an das brasilianische Team SK Gaming, die schwedische Traditionsorganisation Fnatic oder auch Ninjas in Pyjamas. Die Schweden prägten seinerzeit bereits Counter Strike 1.6 und Counter Strike: Source wurde von Franzosen dominiert. Dass dieser Trend der stark national geprägten Teams bis heute hält, liegt zum einen sicherlich an der historischen Struktur, zum anderen aber auch daran, dass das Spiel ein Höchstmaß an schneller und reibungsloser Kommunikation erfordert.

 

Counter Strike: Status Quo


CS:GO gehört zur eSports-Szene wie kaum ein anderes Spiel. Dies zeigt sich zum einen an den reinen Spielerzahlen, durch die sich das Spiel bei Steam mit mehr als 850.000 gleichzeitigen Spielern gleich hinter dem Spitzenreiter Dota 2 mit deutlich über 1,2 Millionen Spielern platzieren kann. Aber nicht nur die Spielerzahlen sind entscheidend. Mittlerweile hat sich der Ego-Shooter zum Wirtschaftsfaktor etabliert. So finden sich nicht nur massenweise Berichte auf einschlägigen Sportportalen wie Sport1, sondern es gibt mit der Eleague auch eine der am meisten beachteten eSports-Ligen der Welt. Nicht ohne Grund können Sie mittlerweile sogar bei Sportwettenanbietern wie Betway auf sämtliche Partien der ELeague, aber auch D League, den Hellcase Cup oder die ESL-Partien wetten. Eine so große Bandbreite an Wettmöglichkeiten gibt es bei keinem anderen eSports-Spiel. Allerdings verhält es sich hier ebenso wie bei anderen Sportarten auch – ohne die notwendigen Grundkenntnisse lassen sich kaum Vorhersagen anstellen. Denn ob zum Matchtag am 30. September, wenn die beiden Top-Teams Astralis und Liquid aufeinandertreffen – Astralis tatsächlich erneut – wie im Eleague Match im Januar 2017 – deutlich im Vorteil gegenüber Liquid sein wird, wie es die Quote von 3,50 für Liquid und 1,25 für Astralis (Stand 14.09.2017) vermuten lässt, bleibt erst noch abzuwarten. So gilt auch hier: Wer ernsthaft in eSports-Wetten einsteigen möchte, kommt nicht umhin, sich über die aktuellen Geschehnisse auf den einschlägigen Sportportalen zu informieren oder auch regelmäßig die stattfindenden Matches zu analysieren und sich Liveübertragungen anzuschauen. Nicht umsonst ist CS:GO das am meisten gestreamte Spiel auf Twitch.

 

Was wäre Counter Strike ohne seine Historie


Das Spiel hätte es deutlich schwerer, gegen seine Konkurrenz zu bestehen. Dies zeigt sich eindrucksvoll am Beispiel China. Wie Alpenscene berichtete, wird das Spiel bereits wenige Monate nach der Veröffentlichung in China zum Free-to-play Titel umgewandelt, da die erhofften Zuwächse an Spielerzahlen im Vergleich zur eSports Konkurrenz wie Dota 2 oder League of Legends nicht erreicht werden konnten. Durch diesen Schritt erhofft sich Valve über seinen Partner Perfect World, konkurrenzfähiger in einem von Internet-Cafés und Free-to-play Titeln geprägten Land zu werden. Daran zeigt sich deutlich, wie stark die westliche Szene durch die Historie des Spiels geprägt ist, aus der auch die überdurchschnittlich hohe Zahl an Nationalteams resultiert.


Natürlich profitieren auch wir von der soliden Szene, unseren Sponsoren und von einem Spiel, das uns wie kein anderes über die letzten – nunmehr unglaublichen 18 – Jahre hinweg begleitet hat. Je nachdem, wie sich die Spielerzahlen in China entwickeln kann damit der Grundpfeiler für viele weitere erfolgreiche CS-Jahre in der Zukunft gesetzt worden sein; Und wer weiß, vielleicht gehört CS:GO ja sogar zu den eSports-Spielen, die 2022 erstmals bei den offiziellen olympischen Asienspielen vertreten sein werden.